Kreisverband Frauenunion Breisgau-Hochschwarzwald
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30.09.2010, 14:00 Uhr | Übersicht | Drucken
Mephistotour In Staufen

Frauen Union Breisgau Hochschwarzwald: Stadtführung mal anders – durch Staufen mit Mephisto & Faust



„Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich alter Tor und bin so klug als wie zuvor!“ Mit diesen Worten wurde die Frauen Union Breisgau Hochschwarzwald am Donnerstag, den 30. September, in Staufen begrüßt. Und das von Faust höchstpersönlich! Zumindest war es ein Schauspieler, der immer zwischen der Rolle „Faust“ aus Goethes Tragödie und Mephisto wechselte. Als Mephisto war er ein selbstbewusster, Reden schwingender Mann, der die Frauen (und männlichen Begleitungen) durch Staufen führte und alles historisch wichtige erzählte. Davon, wie Staufen seinen Namen bekam – nämlich von Adalbert von Staufen -, von den mittelalterlichen Anfängen der Stadt, von den Zeiten der Pest und des 30jährigen Krieges. Er erzählte Anekdoten, wie z.B. der „Kronenwirt“ als badischer Revolutionär 1848 erschossen werden sollte, sich auf die Stufen seines Gasthauses stellte und rief, dass er es nicht dulde, erschossen zu werden.  Und was machten die Soldaten? Sie überlegten es sich anders und kehrten stattdessen in seinem Gasthaus ein. 
Doch natürliche erzählte er auch von der Geschichte um Faust, die sich in Staufen abgespielt haben soll. Er betonte die historischen Unwahrheiten, die Goethe in seine Tragödie eingeschleust hatte, und stellte die Geschichte so dar, wie sie wirklich war: Faust, ein Alchemist, wurde in die Stadt gerufen und sollte Gold herstellen – weil die Stadt knapp bei Kasse war. Er wurde im Gasthaus Löwen einquartiert (weil befürchtet wurde, dass er die Frauen auf der Burg erschrecken könne) und eines Nachts gab es einen lauten Knall und Faust wurde am nächsten Tag tot in seinem Zimmer aufgefunden. Natürlich konnte nach damaligen Erklärungen nur der Teufel höchstpersönlich mit so einem Unfall zu tun haben – und schon war die Geschichte um Fausts Seelenverkauf entstanden, die übrigens Goethe gar nicht als erster niederschrieb, sondern Johann Spies, der sich auch mehr an die Wahrheit hielt.
Immer wieder wechselte der Schauspieler zwischen seinen Rollen. Vor allem, wenn die Stadtführung an der „Filiale der Gegenseite“, der Kirche, vorbeikam, schlüpfte er in Faust, weil Mephisto nichts mit der Gegenseite zu tun haben wollte: „Nehmt euren Gewandzipfel und haltet ihn euch vors Gesicht, damit ihr die Filiale der Gegenseite nicht sehen müsst!“
Als Faust war er ein gebrechlicher, buckliger Mann mit hoher, zarter Stimme, der wirr von seinen Errungenschaften berichtete und Angst vor den „Höllenmaschinchen“ oder „Geistermaschinen ohne Pferde“ (zu Deutsch: Autos) hatte.
Gegen Ende der Stadtführung forderte der Schauspieler das Publikum selbst noch zu schauspielerischen Leistungen auf: er inszenierte die Szene der ersten Begegnung von Gretchen und Faust gemeinsam mit zwei Teilnehmern der Stadtführung, die durch ein schnell hergestelltes Kostüm (für Faust einen Mütze und für Gretchen ein Taschentuch) in ihre Rollen schlüpfen durften.
Nach der sehr unterhaltsamen Stadtführung kehrte die Frauen Union noch in ein Gasthaus ein und verarbeitete dort die zahlreichen Eindrücke, die sie erlebt hatten: eine Mischung aus historischer Stadtführung und schauspielerischer Höchstleistung.
Eine Stadtführung mal anders!
Sina Gund



aktualisiert von Helga Gund, 03.10.2010, 13:02 Uhr


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